Chateaux Chenonceau
![]() Betrachtet man die Schlösser der Loire als eine große Familie, dann ist das Schloss Chenonceau das jüngste Mitglied. König Heinrich II. schenkte es 1521 seiner zwanzig Jahre älteren Geliebten Diane de Poitiers als Liebesnest. Diese ließ den ersten Garten anlegen und die Brücke bauen. Als der König bei einem Turnier ums Leben kam, vertrieb seine Gemahlin, Königin Katharina de Medici, die einstige Gespielin ihres Mannes und ließ sie auf dem Schloss Chaumont unterbringen. 1560 veranlasste sie auf der Brücke den Bau einer zweigeschossigen Galerie, die Anlage eines zweiten Gartens und die Ausstattung des Schlosses mit kostbaren Möbeln und Kunstgegenständen, die noch heute zu bestaunen sind. Katharina vererbte Chenonceau an Louise de Vaudemont, Herzogin von Lothringen und Gemahlin Heinrich III. Nach der Ermordung des Königs 1589 machte Louise das Schloss für den Rest ihres Lebens zu einem Trauerhaus und ließ ihre Zimmer ganz in Schwarz gestalten. 1733 kaufte der Finanzverwalter des Königs das Schloss, durch dessen Gattin und deren Kontakten zu Politik, Kunst und Wirtschaft bald der alte Glanz hergestellt wurde. Das Palais und die umliegenden Gärten sind herrlich und liebevoll restauriert worden. Die Illusion der vollkommenen Abgeschiedenheit, die einst die Könige und Königinnen von Frankreich hier gesucht haben, ist voll erhalten geblieben. | ||
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