Abbaye Fontevraud
![]() Im Jahre 1045 wurde in Abrissel in der bretonischen Grenzmark Robert d’Arbrissel als ehelicher Sohn eines Priesters geboren. Sein Interesse galt der gregorianischen Reform, deren Ziel die Abschaffung der Priesterehen war. Nach seinem Theologiestudium in Paris zog er als Wanderprediger durch die Lande. Seine Predigten zogen zahlreiche Leute in seinen Bann: Arme wie Reiche, Junge und Alte, Männer und Frauen, unter ihnen auch Prostituierte, begleiteten ihn. Diese Zusammensetzung war für das Konzil in Poitiers ein Skandal, so dass er genötigt wurde, die verschiedenen Parteien zu trennen. Daher ließ Robert d’Arbrissel 1101 die Abtei in Fontevraud errichten, in der die Frauen und Männer auf insgesamt vier Klöster verteilt wurden. Damit entstand im Tal Fontevraud Europas größter klösterlicher Gebäudekomplex. Entgegen der damals herrschenden Meinung war es d’Arbrissels Wille, dass die Frauen den Männern vorgesetzt waren, um jenen Gelegenheit zur Buße für ihre Hoffahrt zu geben. Als Äbtissin ernannte er Pétronille de Chemillé, eine junge Witwe. Robert d’Arbrissel zog für dieses Amt eine weltliche Frau vor, die mehr Lebenserfahrung hatte als eine Nonne. Ihr folgten weitere 35 Äbtissinnen, bis im Jahre 1792 mit Ende der französischen Revolution die Anlage in Volkseigentum überging und bis 1804 leer stand. In diesem Jahr veranlasste Napoleon Bonaparte den Umbau zu einem Gefängnis. Es war eine der ersten zentralen Strafanstalten in Frankreich und galt mit Clairvaux als eine der größten und schönsten, aber auch trostlosesten Haftanstalt. 1963 wurde sie geschlossen und der Denkmalpflege übergeben. | ||
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